| Viertes Treffen der Regionen Italienischbündens |
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| Montag, 05. Dezember 2011 09:24 |
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Austausch zwischen den Regionen - Die Aktivitäten der einzelnen Regionen - Expo Milano 2015 - Die Gebietsreform: Anlass zu Diskussionen - Italienisch oder Englisch?
Austausch zwischen den Regionen In Anwesenheit der höchsten Vertreter der Regionen Italienischbündens, der Puschlaver Grossräte und des Generalsekretärs der PGI hat der Präsident der Region Valposchiavo, Cassiano Luminati, am 2. Dezember in der Casa Besta in Brusio das vierte Treffen der italienischsprachigen Regionen des Kantons Graubünden eröffnet. Nach einem Informationsaustausch über die wichtigsten Aktivitäten der einzelnen Regionen wurden der Stand der Dinge in Sachen Expo Milano 2015, die vom Kanton gewünschte Gebietsreform und der Vorschlag, Englisch als erste Fremdsprache an den Bündner Schulen einzuführen, behandelt.
Die Aktivitäten der einzelnen Regionen Die Aktivitäten und Projekte, welche die Regionen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden oder den angrenzenden Gebieten lancieren und durchführen, sind ausserordentlich zahlreich und vielfältig: Sie zielen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Südtäler, den Erhalt oder die Urbarmachung landwirtschaftlicher Flächen, die Errichtung von Sportanlagen und Kulturinfrastrukturen für die Jugend, auf die Nutzung von Synergien zwischen den Gemeinden und Institutionen sowie eine zeitgemässe Raumplanung. Auch im Rahmen von Interreg und Neuer Regionalpolitik befinden sich viele Projekte in Planung oder schon in Durchführung. All dies belegt eindrücklich die grosse Vitalität und Initiativkraft dieser Institutionen.
Expo Milano 2015 Über 120 Länder, darunter die Schweiz, werden an der Expo in Mailand teilnehmen, deren zentrale Themen nachhaltige Entwicklung, Nahrung und Energie für unseren Planeten lauten. Die Regierung des Kantons Graubünden hat beschlossen, mit den Gotthardregionen an der Expo teilzunehmen, und damit die eigene Präsenz de facto dem Tessin übertragen. Den Bündner Südtälern wird durch diesen Entscheid die Chance genommen, sich dort einem breiten Publikum mit eigenen Themen zu präsentieren und von den positiven Auswirkungen eines solchen Auftritts zu profitieren. Dennoch bleibt die Expo Milano 2015 ein Thema für die Regionen Italienischbündens, die nun unabhängig vom Kanton Graubünden weiter daran arbeiten werden, diese wichtige Gelegenheit für sich zu nutzen.
Die Gebietsreform: Anlass zu Diskussionen Der Vorschlag der Bündner Regierung, die Regionen Valposchiavo, Bergell und Oberengadin in einer einzigen Region Bernina/Maloja zusammenzulegen, hat insbesondere im Valposchiavo heftige Reaktionen hervorgerufen. Die Puschlaver Grossräte bekräftigen noch einmal, dass sie sich mit dem Valposchiavo in seiner Absicht, die Reform abzulehnen, solidarisch zeigen werden: Der Botschaft der Regierung mangele es hinsichtlich der sprachlichen Garantien im Rahmen der ersten Gerichtsinstanz an Klarheit; zudem sei die Zeit für eine sorgfältige Ausarbeitung einer durchdachten Stellungnahme zu kurz. Die Grossräte betonen jedoch auch die Notwendigkeit eines entspannten Dialogs und einer sachlichen Prüfung des Vorschlags. Die Region Valposchiavo unterstreicht ausdrücklich, dass die Ablehnung der Reform als Antwort auf den Regierungsvorschlag und nicht etwa als Ausdruck von Ressentiments gegen das Bergell und das Oberengadin zu verstehen ist. Darüber bestehen bei den Anwesenden keinerlei Zweifel.
Italienisch oder Englisch? Die Bündner Wirtschaftsorganisationen fordern, dass Englisch als erste Fremdsprache in den Primarschulen des Kantons eingeführt wird. Die Regionen Italienischbündens äussern sich besorgt über diesen Vorschlag, welcher die auf gleichen Sprachkenntnissen beruhende Homogenität der Regionen beeinträchtigt. Ausserdem gefährdet er, angesichts dann mangelnder Deutschkenntnisse unserer Schüler, deren Chancen, zu den höheren Schulen zugelassen zu werden. Auch in dieser Frage sind sich die Grossräte einig: Sie lehnen den Vorschlag, mit dem erneut das Unterrichten der italienischen Sprache in Frage gestellt wird, einhellig ab. Auch die PGI erteilt dem Vorschlag eine klare Absage und schliesst sich der Stellungnahme der Regionen an. |